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Zucht von

Pantherophis Arten

Auswahl von Zuchttieren
als Zuchttiere sollte man gesunde Tiere auswählen.
Ob man diese Tiere als Jungtier erwirbt und selbst aufzieht oder als adultes Tier kauft
bleibt jedem selbst überlassen.
Die Aufzucht von Jungtieren bringt viele Vorteile
da man das Wachstum sowie das Alter genau kennt
und das Verhalten des Tieres kennen lernt.
Mit adulten Tieren lässt sich das Zuchtziel zwar schneller erreichen -
nur welcher Züchter gibt ein gutes adultes Zuchttier ab ?

Sollte man das Geschlecht seiner Tiere nicht kennen,
ist der gute Kontakt zu einem Züchter oft von Vorteil.
Meist reicht der Blick um das Geschlecht zu bestimmen ...



in seltenen Fällen sollte man Tiere Sondieren.
Zum Schutz der Tiere sollte
dies nur jemand durchführen der Erfahrung damit hat ...

Alter zur Zucht
Es ist schwer zu sagen wann Pantherophis zur Zucht eingesetzt werden sollten.
Bekannt sind Eiablagen von Tieren die noch nicht mal 1 Jahr alt sind.
Derartig junge Tiere messen erst etwa 50 bis 60cm.
Werden derart junge und kleine Tiere für die Zucht eingesetzt -
kann man nicht mit einer großen Anzahl von Eiern rechnen
und auch das Längenwachstum des Weibchens bleibt deutlich zurück.


Haltung
Grundsätzlich sollten Zuchttiere einzeln gehalten werden.
Durch diese Haltungsform lässt sich genau ermitteln:
- wie die Nahrungsaufnahme ist
- das Wachstum verläuft
und man kann bestimmte Verpaarungen durchführen.
Das aus den USA bekannte "Schubladensystem"
wird in Deutschland vereinzelt von Züchtern eingesetzt.
Es steht zwar in direktem Widerspruch zu der Terrarienform
wie sie das Gutachten über die Mindestanforderungen fordert,
zeigt aber deutliche Vorteile bezüglich der Hygiene und der Zuchtausbeute
zu den Terrarienformen die derzeit in Deutschland Verwendung finden,
anderseits sprechen die Zuchterfolge der US-Züchter diesbezüglich für sich selbst.

Winterruhe
Eine Winterruhe sollte für den Zeitraum von 2 bis 3 Monaten eingehalten werden.
Die Temperatur wird schrittweise bis auf 8 bis 10 Grad abgesenkt.
Die Winterruhe wirkt sich Positiv auf die Entwicklung und Reifung
der männlichen Keimzellen und der weiblichen Eizellen aus.
Vor der Winterruhe sollte der Verdauungstrakt der Tiere leer sein.
Während der Winterruhe sollte den Tieren
ständig frisches Wasser zu Verfügung stehen.
Besonders Hinweisen möchten wir darauf
das nur Tiere mit einem entsprechendem Körpergewicht
und einem guten Gesundheitszustand in die Winterruhe gelassen werden.

Verpaarung
Normalerweise verpaaren sich Tiere die kurz vorher
aus der Winterruhe gekommen sind,
innerhalb weniger Stunden miteinander.

Eiablage
Für die Eiablage sollte dem Weibchen ein Platz
zu Verfügung stehen der ihm Schutz bietet.
Bevorzugt sollte dieser dunkel sein,
einen Körperkontakt zu den Seiten ermöglichen,
warm sein
und eine gewisse Luftfeuchtigkeit besitzen.
Eiablageboxen erfüllen diese Anforderungen sehr gut.
diese werden wie folgt gefüllt :
die unterste Schicht besteht aus feinem Kies,
dieser verhindert das Weibchen die Eier direkt auf den Boden ablegen.
Auf dem Kies befindet sich Torf der mit Moos gemischt ist.
Diese Zone sollte leicht feucht sein und etwa 10cm hoch.
Als Deckschicht findet reines Moos oder Sphagnum Verwendung.
Diese Eiablagebox sollte dem Weibchen nach etwa 3 Wochen angeboten werden.
Das Ablegen der Eier dauert bis zu 20 Stunden
und ist abhängig von der Anzahl der Eier.

Inkubation

In der Terraristik hat sich jedoch bewährt und ist es üblich, dass man die Eier in einem
Inkubator künstlich ausbrütet werden.
Eine Inkubation unter natürlichen Verhältnissen ist im Terrarium nicht durchführbar.
Wir arbeiten mit verschiedenen Inkubatoren,
diese besitzen mehrere sich gegenseitig absichernde Thermostate.
Es gibt inzwischen aber eine Vielzahl von Qualitativ hochwertigen Inkubatoren im Handel.
Da die Eier nicht unbedingt in den Eiablageboxen abgelegt werden,
muss man die Eier umlagern.
Dabei ist zu beachten das die Eier nach Möglichkeit nicht gedreht oder gewendet werden,
da dies die Keimscheibe im Ei lösen könnte und dies zum absterben des Eis führen würde.
Wir verwenden als Inkubationsgefäße Braplastboxen unterschiedlicher größe,
die zu 2/3 mit Vermiculite gefüllt sind.


Das Vermiculite sollte vor Gebrauch gereinigt uns Sterilisiert werden,
da es durch die Lagerung verschmutzt sein kann.
Trotz anders lautender Aussagen ist Vermiculite
nur direkt nach der Herstellung Steril und Hygienisch sauber.
Dem Vermiculite muss nun Feuchtigkeit zugegeben werden.
Das beste Mischungs-/Gewichtsverhältnis lautet
1 Teil Vermiculite gemischt mit 1,2 bis 1,5 Teilen Wasser,
die optimale Feuchtigkeit ist erreicht,
wenn man das Vermiculite nach dem Mischen ausdrückt
und kaum noch Wasser dabei austritt.
Lose abgelegte Eier kann man getrost so überführen,
sind Eier zusammengeklebt so dürfen diese nur zusammen in die Inkubationsbox verbracht werden,
ein trennen von Eiern würde diese mit Sicherheit beschädigen.
Die im Inkubator eingestellte Temperatur sollte zwischen 26 und 28 Grad liegen.
Ein nächtlicher Temperaturabfall auf etwa 22 schadet nicht,
Jungtiere die mit Temperaturgefälle gezeitigt wurden sind vitaler
und kräftiger als Jungtiere ohne nächtliche Absenkung der Temperatur.
Die eigentliche Inkubationszeit beträgt im Mittelwert etwa 75 Tage
und ist stark von der Temperatur abhängig.


Inkubationszeiten schwanken je nach Temperatur zwischen 60 und 110 Tagen.
frisch abgelegte und befruchtete Eier besitzen eine schneeweiße Farbe.
Im laufe der Inkubation können Eier die Farbe aber auch ändern,
dies kann unterschiedliche Ursachen haben.
Beigefarbene, eingefallene oder deutlich kleinere Eier können Möglicherweise unbefruchtet sein,
Wenn kein Schimmel auf den Eiern zu erkennen ist belassen wir solche Eier im Inkubator,
da wir oftmals erlebt haben das selbst aus solchen Eiern Jungtiere schlüpften.
Ist das Vermiculite zu trocken entstehen deutliche Dellen an den Eiern,
dies kann reguliert werden indem man das Substrat wieder etwas stärker befeuchtet.
Staunässe schadet den eiern allerdings.
Im Optimalfall sollten die Eier prall aussehen,
bei leichtem Druck etwas nachgeben.
Normalerweise schlüpft das ganze Gelege nach Ablauf der Inkubation innerhalb von 1 - 3 Tagen aus.
Das Schlupfergebniss kann sehr unterschiedlich ausfallen.
In den seltensten Fällen beträgt es aber 100%.
Viele Züchter schneiden nach dem das erste Jungtier die Eischale durchbrochen hat,
die restlichen Eier mit einer Schere an.
Dies ermöglicht die Sauerstoffzufuhr und verhindert das Jungschlangen die nicht kräftig genug sind
um die Eischale allein zu durchbrechen den Erstickungstod.
Diese Art der Geburtshilfe wird von professionellen Züchtern abgelehnt,
da es zum einen nur die Schlupfrate steigert,
und zum anderen eine natürliche Auslese verhindert.

Aufzucht

Die Aufzucht von jungen Pantherophis ist normal recht einfach.
Wir belassen Jungtiere noch etwa 2 bis 3 Tage
nach dem Schlupf im Inkubator.
Dies dient dazu den Tieren die Umstellung vom Ei ins Terrarienleben
so einfach wie möglich zu machen.
Jedes Jungtier wird einzeln untergebracht,
dadurch ist gesichert das man die beste Kontrolle über das Tier hat.
Die Temperatur und Luftfeuchtigkeit
wird wird im ersten Monat etwas höher eingestellt.
Sobald die Jungtiere sich das erste mal gehäutet haben,
erhalten sie auch das erste Futter.
Die weiteren Fütterungen führen wir im Abstand von 7 Tagen durch.
Sofort nach dem Abkoten zu füttern halten wir für nicht so gut,
da die Tiere auch in der Natur nicht so häufig Beute machen würden.
Die Fütterungs- Häutungsdaten werden für etwa 3 Monate gesammelt.
Danach kommen die Tiere zu ihren neuen Besitzern.

Hin und wieder kommt es bei Jungtieren vor
das die Tiere das Futter verweigern.
Oftmals fressen die Tiere nach dem Schlupf überhaupt nicht.



Bevor wir in diesen Fällen zur Zwangsfütterung übergehen,
wintern wir die Jungtiere erstmal für 6 bis 8 Wochen ein.
In vielen Fällen genügt diese Winterruhe um die Tiere dann fressen zu lassen.

Das Zwangsfüttern sollte man sich von einem erfahrenem Züchter zuerst zeigen lassen.

Bevor man mit einer Zwangsfütterung beginnt,
sollten erstmal alle Haltungsparameter genau überprüft werden.
Oftmals sind es Kleinigkeiten die man nicht bedacht hat
und wenn diese Fehler behoben sind - fressen die meisten Tiere von selbst.

Jungtiere die wir behalten füttern und pflegen wir
auf die gleiche Art und Weise weiter.
Die Tiere erhalten je nach Größe entsprechende Futtertiere.

Leider neigen Tierärzte sehr häufig dazu
Schlangen grundlos Zwangszufüttern.
Dies ist weder im Sinne des Tieres - noch des Halters ...
Der Kontakt zu einem Züchter sollte auf jeden Fall
bei Problemen gesucht werden.

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